は oder が? Unterschiede der Partikel

Die Frage, wann wir den Themenpartikel und wann den Subjektpartikel verwenden hat keine einfache Antwort. Es gibt dafür einige Dinge die man vorher wissen muss, um die Partikel korrekt unterscheiden zu können.

Etwas was zum Beispiel viel Verwirrung auslösen kann ist, was überhaupt ein Thema ist: Ein Thema im Japanischen ist tatsächlich einfach nur das Thema des aktuellen Satzes, bzw. des aktuellen Gesprächs. Dabei muss klar sein: Ein Thema bezieht sich immer nur auf den Inhalt des Gesprächs und entsteht nicht durch grammatikalische Zusammenhänge. Im Gegensatz dazu ist ein Subjekt grammatikalischer Natur. Das Subjekt ist der Handelnde des Satzes, also derjenige auf den sich das Verb des Satzes bezieht. Hier haben wir schon 2 Unterschiede zwischen Thema und Subjekt. Das Subjekt ist wie im Deutschen für jeden Satz ein neues, während das Thema sätzeübergreifend für ein ganzes Gespräch gelten kann. Zudem ist ein Subjekt immer grammatikalisch bestimmbar, selbst wenn man nicht die ganze Situation überblickt. Das heißt, das Thema ist Kontextabhängig.

Grundsätzlich lässt sich das Subjekt () immer bestimmen. Je nach Situation ist dies auch das Thema ().

In den meisten Fällen verwenden wir dann statt , wenn Subjekt und Thema das selbe sind

Die Faustregel

Tatsächlich gibt es eine Faustregel, welche meistens richtig die richtige Antwort auf die Frage liefert „Soll ich hier oder verwenden?“:

Betont man in dem Satz das Subjekt, so verwendet man .
Betont man den restlichen Teil des Satzes, so verwendet man .

Wir würden diesen Unterschied im Deutschen durch die Betonung verdeutlichen. Das einfachste Beispiel hier ist vermutlich dieses:
わたし カルカン です bedeutet „Ich bin Karkan„.
わたし カルカン です bedeutet „Ich bin Karkan“.
Der erste Satz würde man sagen, wenn man sich vorstellt, den zweiten z.B. dann wenn jemand nachfragt wer „Karkan“ ist.
Das eine mal ist also der Name wichtiger, da die Person bereits klar ist um wen es geht, das zweite mal ist der Name bereits bekannt und es wichtiger ihn der richtigen Person zuzuordnen.

Verwendung in Fragesätzen

In Fragesätzen sollte man darauf achten den richtigen Partikel für das Subjekt zu wählen. Hier gibt es zum Glück ein Paar einfache Regeln. Fragen verwenden oft auch passende Fragewörter. Zum Beispiel „wo“ wenn wir nach einem Ort, oder „wer“ wenn wir nach einer Person fragen. Hier können wir danach unterscheiden, ob ein Fragewort alleine steht, oder sich auf ein anderes Wort bezieht.

Es ist bekannt, nach was gefragt wird ->

Wenn sich das Fragewort auf anderes Wort bezieht, es also schon bekannt ist, nach was wir fragen, so verwendet man den Themenpartikel . Hier am Beispiel: „わたし のペン どこ です か?“ (Wo ist mein Stift?). Das Fragewort „wo“ bezieht sich auf ein uns bekanntes Objekt, dem Stift, deshalb verwenden wir hier den Themenpartikel .

Es steht also im Vordergrund wo sich der Stift befindet, nicht wessen oder welcher Stift.

Es ist unbekannt, nach was gefragt wird ->

In einigen Fällen kann das Fragewort auch alleine stehen. In diesen Fällen ist das Fragewort immer noch das Subjekt, es wird allerdings nicht als Thema markiert. Hier verwenden wir also den Subjektpartikel . An einem Beispielsatz: „だれ が ききます か?“ (Wer fragt? oder Wer hört zu?). Hier steht das Wort „Wer“ allein und bezieht sich nicht auf eine bestimmte Person.

Hier wird also nicht gefragt ob eine bestimmte Person zuhört oder fragt, sondern welche Person genau dies ist. Es wird also mehr Wert darauf gelegt, wer zuhört als, dass überhaupt jemand zuhört.

Ein bestimmtes Objekt einer Gruppe

Es gibt noch einen Fall bei welchem wir auch immer verwenden und wir dieses nicht durch ein ersetzen. Und zwar immer dann, wenn wir dadurch ein Objekt aus einer bestimmten Gruppe von Objekten identifizieren. Das klingt ziemlich abstrakt, deshalb haben wir hier ein Beispiel: „わたし の くるま です“ (Das ist mein Auto). Für diesen Satz sollten wir uns am besten noch eine Situation vorstellen, in welcher wir gefragt werden, welches der Autos auf dem Parkplatz uns gehört. Hier gibt es eine fest bestimmte Gruppe: Alle Autos auf dem Parkplatz. Und ein Objekt aus der Gruppe welches wir identifizieren: Mein Auto.

Steht also im Raum, ob das Subjekt ein bestimmtes Objekt aus einer Gruppe von Objekten ist, so bleibt das Subjektpartikel bestehen. Wir weisen dadurch darauf hin, dass es sich um ein exakt bestimmtes Subjekt handelt.

Hier ist noch ein Beispielsatz für beide Partikel:

わたし カルカン です

Ich bin Karkan (wenn ich mich jemandem vorstelle)

わたし カルカン です

Ich bin Karkan (von den anwesenden/gefragten Personen)

kann für Kontrast stehen

Wenn man etwas in Kontrast zu etwas anderem betrachtet, so verwendet man den Themenpartikel für das Subjekt. Zum Beispiel in dem Satz: これ わからなかった. Dies bedeutet auf Deutsch erst einmal nur „Das habe ich nicht verstanden“. Auf Japanisch können wir durch das allerdings auch herauslesen: „Das habe ich nicht verstanden(, das andere aber schon)“. Hier ist zu beachten, dass der Themenpartikel nicht immer einen Kontrast impliziert, er kann es aber tun. Der Kontrast ist aber meistens auch schon durch das vorherige Thema ersichtlich. これ は わかった. これ わからなかった zeigt schon einen Kontrast beim Wort für Wort übersetzen: „Das habe ich verstanden. Das habe ich nicht verstanden.“

Auf deutsch würden wir das „Das“ in beiden Sätzen anders betonen, oder ein Wort wie „aber“ verwenden um den Kontrast zu verdeutlichen. Im Japanischen zeigen wir den Unterschied durch das zweite . Hier findet kein Themenwechsel statt, welcher für das zweite verantwortlich ist. Der Satz zeigt bereits ohne die Partikel einen Kontrast, wenn man ihn übersetzt. Durch die Verwendung von wird der Kontrast lediglich betont.

Aufgepasst!

Wir wissen also, was ein Subjekt und was ein Thema ist und welchen Partikel wir in welchem Fall verwenden wollen. Es muss aber klar sein, es gibt bei dem zu verwendeten Partikel erstmal kein richtig oder falsch. Das kommt ganz darauf an, was die Situation ist und was man selbst ausdrücken will. Die Schwierigkeit liegt also darin, dass der verwendete Partikel manchmal den Inhalt anders darstellt als gewollt, grammatisch richtig wären aber beide Partikel in der Situation.

Der Satz: „あなた の め きれい です“ (deine Augen sind schön) ist zum Beispiel zweideutig. Die direkte Botschaft ist zwar, dass der Zuhörer schöne Augen hat, dieser könnte aber auch verstehen: „Du hast schöne Augen, im Kontrast zum Rest“. Dies ist vermutlich nicht das, was man ausdrücken wollte. Dennoch ist der Satz nicht falsch. Er hat nur womöglich eine andere Bedeutung wie die, die man zeigen wollte (Vielleicht wollte man aber genau dies zum Ausdruck bringen 😮 ).

Natürlich solltest du keine Panik deswegen bekommen. Der Beispielsatz mit den schönen Augen würde alleine niemals falsch verstanden werden. Nur im Zusammenhang mit der vorherigen Konversation könnte es zu einem Missverständnis kommen. Dann müsste man schon etwas sagen wie „Deine Augen sind schön. Deine Nase ist groß“. Der Kontrast wird normalerweise also schon ersichtlich sein.

Du wirst vermutlich die meiste Zeit verwenden um das Subjekt des Satzes zu markieren, da man oft keine starke Betonung wie bei äußern möchte. Um die Faustregel wieder aufzugreifen: Man sagt vermutlich häufiger „Ich bin Otto“ als „Ich bin Otto“.

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