Japanisches Verb 見られません (みられません, miraremasen). Das Verb hat die Endungen für die Passivform, die Höflichkeitsform und die Verneinungsform

Verbformen kombinieren

In dieser Lektion widmen wir uns den kombinierten Verbformen. Falls du die wichtigen Grundformen von Verben noch nicht gelernt hast, geh bitte eine Lektion zurück und sieh dir diese an. 

Was sind kombinierte Verbformen?

Du weißt bereits, dass es von jedem Verb im Japanischen unterschiedliche Formen gibt. Zum beispiel die Höflichkeitsform oder die Vergangenheitsform. Und natürlich kann man diese Formen auch kombinieren. So kann man sagen, dass etwas in der Vergangenheit passiert ist und dies auch noch höflich. Hier können die Verben, welche oft nur wenige Silben lang sind, deutlich verlängert werden. Man kann zum beispiel Höflichkeits-, Verneinungs- und Vergangenheitsform kombinieren. Beim kombinieren verändern sich die jeweiligen Suffixe und man muss deshalb auch die Reihenfolge wahren.

Die häufigsten Kombinationen entstehen wenn man etwas in der Höflichkeits- und Vergangenheitsform ausdrücken will, aber auch wenn man etwas dazu noch Verneinen will. Wir konzentrieren uns also hier auf diese Fälle.

Ichidan-Verben

Wir beginnen hier wieder bei den Ichidan-Verben. Diese sind generell ein bisschen einfacher, da es immer nur eine Form der Veränderung gibt.

Höfliche Vergangenheit

Kombiniert man die Höflichkeits- und Vergangenheitsform bei Ichidan-Verben, kommt die Höflichkeitsform zuerst. Die Endung der Höflichkeitsform ist ~ます, die der Vergangenheitsform einfach nur ~た. Kombiniert man diese, so sagt man aber ~ました. Hier am Beispiel von たべる (essen): たべました ist die höfliche Vergangenheitsform des Wortes. Dieses Schema ist analog zu allen anderen Ichidan-Verben. Zum Beispiel: こたえる wird zu こたえました.

Hier ist wohl noch relevant zu sagen, dass das „i“ in der Silbe  stumm wird. Also wird es nicht mit ausgesprochen. Dann ist die Aussprache statt „maschita“, „maschta“. Es kann passieren, dass du beide Varianten ab und zu hörst, aber normalerweise solltest du das „i“ stumm lassen.

Höfliche Verneinung

Bei der höflichen Verneinung von Ichidan-Verben verwandelt sich das ます zu ません. Dies ist dabei auch schon alles. Wenn man höflich sagt, man isst nicht, so sagt man also たべません.

Höfliche, verneinte Vergangenheit

Kombiniert man die letzten beiden Kombination so verwendet man wieder zuerst die höfliche Verneinungsform. Gefolgt wird diese von der höflichen Vergangenheitsform. Dazwischen verwendet man aber noch die Silbe . An einem Verb sieht dies so aus: たべませんでした.

Also, man verwendet den Verbstamm, hier たべ gefolgt von der höflichen Verneinung ません. Dann wird  angehängt und zuletzt noch die Vergangenheitsform mit した hinzugefügt. Kommen also diese 3 Formen zusammen, wird das Verb schnell deutlich länger. Aber lass dich nicht entmutigen. Die Endungen sind bei Ichidan-Verben immer gleich. Du verwendest diese irgendwann automatisch 🙂

Außerdem handelt es sich bei der höflichen, verneinten Vergangenheitsform gar nicht mehr um ein einzelnes Verb. Hier kam ja die Silbe quasi aus dem Nichts hinzu. Diese gehört allerdings zu dem Verb です („sein“, wie in „ich bin“, „du bist“, „es ist“). Die höfliche Vergangenheitsform von です ist でした. Genau genommen verbindet man bei dieser Form also ein Ichidan-Verb in der höflichen Verneinungsform mit der höflichen Vergangenheitsform von dem Verb „sein“: „~ません + でした„. Für unsere Zwecke reicht es aber allemal aus, wenn wir dies als ein einziges Verb betrachten.

Passive Kombinationen

Die Kombination mit einer Passivendung (られる) sind nicht viel komplizierter. Wie dir vielleicht schon aufgefallen ist, endet die Passivendung selbst wieder auf die Silbe . Genauso wie ein Ichidan-Verb in der Wörterbuchform. Hier ist das られる auch einfach nur als Erweiterung zum Verbstamm zu sehen und alle weiteren Formen werden nun wie gewohnt angehängt.

Um gleich ein vollständiges Beispiel zu bringen: Die passive, höfliche, verneinte Vergangenheitsform von dem Verb „essen“ ist たべ られ ません で した. Hier siehst du schon die Endungen von dem letzen Beispiel. Das られ von der passiven Form wird einfach zwischen den Wortstamm und den anderen Suffixen gepackt und das war’s. Wir können dich auch beruhigen, viel länger werden die Verben erst einmal nicht 😉

Godan-Verben

Bei den Godan-Verben musst du wieder beachten, dass sich das letzte Zeichen oft abändert. Abgesehen davon verhalten sich diese aber ziemlich gleich.

Höfliche Vergangenheit

Die höfliche Vergangenheitsform bildet sich ganz einfach so wie die selbige bei den Ichidan-Verben. Der Unterschied hier ist, dass wie bei Godan-Verben üblich, sich eben das letzte Zeichen des Wortstamms auch verändert. Beim Beispiel: のむ wird hier die Endung ました angehängt um es in die höfliche Vergangenheitsform zu setzen. Wird ein Godan-Verb in die Höflichkeitsform gesetzt, so verwandelt sich das letzte Zeichen von einer „~U“-Silbe in eine „~I“-Silbe. Hier also von のむ zu のみ. Mit der Endung ergibt sich also: のみました.

Höfliche Verneinung

Die Kombination aus Höflichkeits- und Verneinungsform sieht wieder so aus wie die, der Ichdan-Verben. Man muss nur wieder die Endung bei der Höflichkeitsform von Goda-Verben beachten. Aus のむ wird hier also のみません.

Höfliche, verneinte Vergangenheit

Mach dir keine Sorgen, diese Form ist bei den japanischen Godan-Verben wieder so wie die, der Ichidan-Verben. Achte nur wieder auf das ändern des letzten Zeichens des Wortstamms. Wie du dir vielleicht denken kannst ist die höfliche, verneinte Vergangenheitsform von dem Verb „trinken“: のみませんでした. Hier kommt also wieder alles zusammen. Also, fast alles.

Passive Kombinationen

Hier kommt wirklich wieder alles zusammen. Und das Gute ist, hier verhält sich das Kombinieren auch wieder so wie bei den Ichidan-Verben. Zuerst kommt wieder die Passivform, welche das letzte Zeichen des Wortstamms wieder zu einer „A“-Silbe verändert: のまられる. Wird dieses wieder höflich, so wird daraus: なまられます. Wird es zusätzlich verneint: のまられません. Und zu guter letzt, wenn dazu noch die Vergangenheitsform kommt: のまられませんでした.

Puh! Was für ein Wort. Du siehst aber, die Kombination von Verbformen bei Godan-Verben ist nicht wirklich anders als bei Ichidan-Verben.

Weitere Kombinationen

Es gibt noch einige weitere Verbformen im Japanischen. Die weiteren Formen sind aber eher in schwierigeren Sätzen von Relevanz. Und generell gehen diese weiter in die Grammatik vor, als wir hier benötigen. 

Wir haben aber zuvor noch einige Kombinationen ausgelassen, welche wir hier noch allgemein zusammenfassen. Das verhalten von Godan- und Ichidan-Verben sollte dabei nämlich gleich sein, wie du ja bereits gemerkt hast.

Ohne die Höflichkeit, verneinte Vergangenheit

In den oberen Beispielen hatten wir immer die Höflichkeitsform verwendet. Diese ist zwar wichtig, doch man benötigt diese nicht immer. 

Ein Fall ist die verneinte Vergangenheit. Grundsätzlich verwendet die Verneinungsform ない als Endung. Die Vergangenheitsform . In der Kombination wird daraus aber なかった. Bei Godan-Verben wird wieder die „A“-Form der letzten Silbe verwendet.

Reihenfolge der Verbformen

Dir ist vielleicht bereits das Muster aufgefallen. Die Verbformen werden immer nach der selben Reihenfolge gebildet. Diese ist immer gleich deshalb kannst du sie dir einfach merken.

Zuerst kommt natürlich immer der Wortstamm des Verbs. Hier gilt nur zu beachten, dass das letzte Zeichen verschwinden, oder sich verändern kann. Danach kommt, wenn sie vorhanden ist, immer zuerst die Passivform. Nach der Passivform folgt die Höflichkeitsform, wenn diese verwendet wird. Danach die Verneinung, wenn man diese verwendet. Und zuletzt kommt immer die Vergangenheitsform, wenn diese auftaucht.

Sind wir fertig?

Leider nein 😮

Es gibt noch eine wichtige Lektion, welche du über Verben wissen musst. Dabei geht es um die sogenannte -Form von Verben. Das  ist dabei eine Art Multitool und kann vielseitig eingesetzt werden.

Das Thema der -Form kannst du aber erst einmal getrost überspringen, da du vorerst auch ohne diese Form wunderbar auskommen wirst. In der Zukunft solltest du die Lektion hierfür aber irgendwann einmal besuchen.